Unternehmer und Bank | Volmer-Jann

Unternehmer und Bank

14 Apr 2016

Unternehmer und Bank

Geahnt hat er es schon seit längerem. Nun ist es amtlich: Nach Kürzung des Disporahmens um 50%, nach etlichen Rücklastschriften mangels temporärer Kontodeckung teilt ihm die Hausbank mit, dass ab sofort nicht mehr sein Firmenkundenbetreuer zuständig sei, sondern XY in der zentralen Abteilung für Risikomanagement. Unter Überwachung! Rechenschaft ablegen müssen gegenüber jemandem, der „herzlich wenig vom Geschäft versteht“ und – so sein Eindruck – nur die Bankinteressen sieht. Jahre, jahrzehntelange Erfolge zählen nicht mehr. Dass die Bank in vielen Jahren viel Geld mit ihm verdient hat, auch das zählt nicht. Da hat man eigenes Kapital eingesetzt, sein Gehalt gekürzt, ist voll ins Risiko gegangen. Und jetzt das!

In einer solchen Stimmung findet das nächste Bankgespräch statt. Und er fühlt sich klein. Nicht als Partner seiner Bank, sondern als derjenige, der sich, obwohl gestandener Unternehmer, rechtfertigen muss. Sich selbst, sein Lebenswerk, sein Handeln.

Im Termin macht man dann die von der Bank erwarteten Zusagen, pünktlich aussagefähiges Zahlenwerk zu liefern. Die BWAs ohnehin, detaillierte Liquiditätsübersichten zusätzlich. Man geht mit Hausaufgaben zurück: Zahlungsziel gegenüber seinen Kunden kürzen, Leasingraten verlängern. Sicherheiten, falls noch welche vorhanden sind, abtreten. Wenn das alles so einfach wäre! Die Zusagen an die Bank erfolgen ohne jede Überzeugung. Was bleibt einem denn schon anderes übrig? Sinn und Notwendigkeit einsehen – davon ist man weit entfernt.

In der Tat hat sich im Verhältnis Unternehmer zu Hausbank Einiges verändert. Das liegt zum einen an der zunehmenden Reglementierung der Banken durch die Aufsichtsbehörden, zum anderen aber auch an Erfahrungen der Banken mit Unternehmen, die sich nicht oder nicht schnell genug an sich verändernde Märkte anpassen wollen oder können. Man kann das Verhalten der Banken beklagen. Ändern wird man es nicht.

Bleibt nur Resignation? Nein, all´ das birgt auch Chancen. Es könnte der Anstoß sein, Produkte und Leistungen, Arbeitsabläufe und Mitarbeiterqualität auf den Prüfstand zu stellen. Fragen zu beantworten, die da lauten: Wo liegen meine Unternehmens-stärken? Womit machen wir Profit? Wie effizient arbeiten wir? Wohin müssen sich unsere Mitarbeiter entwickeln, fachlich wie persönlich? Welche Weichen müssen wir heute für die Zukunft stellen, um die Existenz des Unternehmens zu festigen und zu sichern.

Wenn Sie wollen, helfen wir Ihnen dabei: als Betriebsberater, Personalentwickler, Impulsgeber, Sparringspartner. Und wir setzen die erarbeiteten Lösungen zusammen mit Ihnen und Ihren Mitarbeitern um.